Wunderpflanze Galgant - das Hildegard von Bingen Gewürz für jeden Tag

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Veröffentlicht am: 27.10.2021 16:49, zuletzt aktualisiert am: 16.11.2021 09:52

Wunderpflanze Galgant - das Hildegard von Bingen Gewürz für jeden Tag

Der Überlieferung zufolge hat Hildegard von Bingen den Galgant als „Gewürz des Lebens“ bezeichnet. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südostasien, wo das Gewürz auch heute noch zur täglichen Küche gehört. Der Galgant war aber auch im Mittelalter schon weit in Europa verbreitet. Besonders die Wurzeln, das Rhizom, sehen dem Ingwer zum Verwechseln ähnlich.

Galgant - Ingwer - Zitwer?

Neben Galgant hat Hildegard von Bingen auch Ingwer und Zitwer erwähnt. Alle drei Pflanzen stammen aus der Familie der Ingwergewächse. Und alle drei Pflanzen haben auch gemein, dass sie eine hohe Anzahl an ätherischen Ölen, Flavonoiden sowie Gerbstoffen enthalten. Diese Eigenschaften werden nicht nur von der heutigen Naturkunde sondern auch von der modernen Medizin hoch geschätzt.

Fast schon überraschend ist es übrigens, dass Hildegard das heute so beliebte Kurkuma nicht erwähnt hat. 

Galgant bei Hildegard von Bingen

Bei Hildegard von Bingen wurde aber besonders der Galgant in höchsten Tönen gelobt. Das sieht man auch in den vielzähligen Anwendungsgebieten bzw. Einnahmeformen, die Hildegard empfiehlt. Während Ingwer und Zitwer nur in einigen wenigen Anwendungen vorkommen, zählt der Galgant zu den „Universalgewürzen“ nach Hildegard und sollte nahezu täglich in der Küche eingesetzt oder auf andere Art eingenommen werden.

Wie kam Hildegard im Mittelalter zum Galgant?

Als Hildegard im 11. Jahrhundert den Galgant beschrieb, war dieser schon relativ weit verbreitet. In der Tat war der Galgant damals sogar häufiger anzufinden als heute. Vermutlich haben bereits arabische Reiter den Galgant im 8. Jahrhundert bis nach Europa gebracht. Er fand nicht nur breite Beliebtheit bei Gelehrten und Heilkundigen sondern wurde auch den edlen Tieren gefüttert, um ihnen Kraft und Ausdauer zu verleihen. 

Warum ist Galgant für Hildegard so wichtig?

Wie so oft bei Hildegard, beginnt die Anwendung bereits im Mund. Bereits auf den Schleimhäuten entfaltet die Wurzel aufgrund der Schärfe eine wärmendes Gefühl im ganzen Körper. Er soll nach Hildegard in jeder Lebenssituation angewendet werden und trägt zur Normalisierung und Entlastung des gesamten Organismus bei. 

Galgant in der Küche & im Alltag

In der Küche kann das Gewürz, gemeinsam mit Quendel und Bertram, regelmäßig eingesetzt werden. 1 bis 3 Messerspitzen in Currygerichte, Eintöpfe, Gemüsepfannen und vor allem Fleischgerichte geben. Der Galgant kann ähnlich wie Pfeffer verwendet und dosiert werden.

Auch nach kleinen sündhaften „Leckerbissen“ soll man sich etwas Galgant auf der Zunge zergehen lassen. Das scharfe Pulver verhindert das Verlangen nach mehr und man „korrigiert“ nach Hildegard so den begangenen Diätfehler etwas.

Alternativ zum getrockneten Pulver gibt es Galgant auch als Galgant Trank und für unterwegs als Galgant Tropfen sowie Galgant Kapseln. Tipp: Galgant Kapseln kann man sich dank der natürlichen Cellulose (reiner Ballaststoff) im Mund zergehen lassen und der scharfe Galgant wird so langsam freigesetzt.

 



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